Der Körper trinkt aus dem Darm

Prinzip und Nutzen | Wirkstoffe & Anwendung | Produkte & Bezugsquellen | hilfreiche Kombinationen

sanfte entgiftung

Prinzip und Nutzen

Unser Darm hat mit einer Oberfläche von bis zu 300 m² eine Schlüsselfunktion in unserem Körper für die Entgiftung und für unsere Immunfunktion.

Unser Wohlbefinden hängt daher auch vom Zustand unseres Darmes, seinen Funktionen und dem Zusammenspiel mit anderen Organen ab:

Die Leber z.B. erhält alle Flüssigkeiten, die im Darm aufgenommen werden. Daher sagt man auch: Der Körper trinkt aus dem Darm. Bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung im Darm und ungünstigen Ernährung entstehen hier Gärung, Fäulnis und Verwesungsprozesse und die Leber muss diese “Jauche” entgiften. Das ist dauerhafte Schwerstarbeit, die die Entgiftungskapazität des Körpers auslasten kann.

Unser Immunsystem sitzt zu 90% im Darm: wenn Erreger, Allergene oder Giftstoffe im Darm überhand nehmen oder (wie bei Leaky Gut) die Darmbarriere überwinden, ist unser Immunsystem faktisch mit der Verteidigung der riesigen Darmoberfläche ausgelastet bzw. bereits überlastet.

Es besteht ein Leber -> Darm -> Leber Wiederaufnahmekreislauf: Insbesondere fettlösliche Gifte werden nach der Ausscheidung aus der Leber über die Darmwand wieder in den Blutkreislauf aufgenommen und gelangen darüber direkt wieder zurück in die Leber. Ein leberbelastender Teufelskreis kann sich entwickeln. (siehe enterohepatischer Kreislauf auf Wikipedia)

Die Leber bzw. unsere gesamte Entgiftungsfähigkeit kann sehr wirksam mit einer passiven Giftbindung im Darm, durch Verbesserung der Darmflora und durch eine Regeneration der Darmwand unterstützt werden.

Mit löslichen, gelartigen Ballaststoffen können Giftstoffe im Darm gebunden und ausgeschieden werden. Diese Ballaststoffe sind auch gleichzeitig Futter für symbiotische Darmbakterien und pflegen die Darmwand.

Da bei einer Fehlbesiedlung des Darmes auch die ansonsten gut verträglichen bzw. präbiotisch wirkenden löslichen Ballaststoffe zu Problemen wie Blähungen, Krämpfen, Durchfällen usw. führen können, bietet sich eine kombinierte Einnahme mit Probiotika, also lebensfähigen, förderlichen Darmbakterien und unterstützenden Verdauungsenzymen an.

Verdauungsenzyme können dabei helfen, die Nahrung und auch einige ansonsten verdauungsresistente Nahrungsbestandteile zu “entschärfen”. Dadurch können Gärung, Verwesung und Fäulnis, sowie allergische Reaktionen vorgebeugt und die Vitalstoffaufnahme verbessert werden. Darüber hinaus helfen Verdauungsenzyme schädliche Mikroorganismen zu bekämpfen, indem sie Substanzen der Biofilme, mit denen sich pathologische Kolonien vor dem Immunsystem und anderen Organismen schützen, auflösen und dem Körper damit eine Entgiftung ermöglichen.

Wirkstoffe & Anwendung

Lösliche Ballaststoffe (Pektine, Alginate) sind die Bindemittel der pflanzlichen Baustrukturen. Sie sind der elastische Anteil der Pflanzenstruktur und halten die holzigen Zellulosefasern (unlösliche Ballaststoffe) zusammen und ermöglichen damit einen stabilen und flexiblen Aufbau der Pfanzen(zellen). Da sie praktisch in allen pflanzlichen Zellwänden vorkommen, ist unser Verdauungssystem auf ihre Verwertung bereits eingestellt. Wir brauchen sie insbesondere für die Peristaltik des Darms und als Bakterienfutter.

Nützliche Bakterien produzieren aus Pektinen bspw. kurzkettige Fettsäuren, die als Nahrung für unsere Darmschleimhaut dienen. Ballaststoffe können nach der Verwertung durch Bakterien auch als Energiequelle für den Körper dienen. Bei gesunder Verdauung spenden Ballaststoffe etwa 2 Kcal pro Gramm (das entspricht der Hälfte des Energiegehaltes leichter verdaulicher Kohlenhydrate wie Zucker, Stärke etc.) mit dem Vorteil, dass die Ballaststoff-Energie sehr langsam ans Blut abgegeben wird. Die langsame Abgabe und der Pufferungseffekt der Energieaufnahme aus dem Darm hilft, den Blutzucker zu stabilisieren und trägt damit indirekt auch zur Entgiftungsfähigkeit bei, denn regelmäßig starke Blutzuckerschwankungen sind ein bedeutender Vergiftungsfaktor.

Beliebte Wirkstoffe bzw. Produkte sind Flohsamenschalen, Apfelpektin und zunehmend auch Alginate

Die Fähigkeit dieser Wirkstoffe, Giftstoffe im Darm zu binden und zur Ausscheidung zu bringen, können auch ohne Nahrungsergänzung genutzt werden, wenn wir ausreichende Mengen zarter Pflanzenkost essen. Auch die Verarbeitung von Obst und Grünzeug im Hochleistungsmixer kann die Verfügbarkeit und Wirksamkeit der löslichen Ballaststoffe verbessern.

Die Einnahme von Ergänzungsmitteln sollte auf nüchternen Magen erfolgen (morgens mind. 1  Stunde vor dem Frühstück oder unmittelbar vor dem Schlafen). Dadurch steht die Bindungsfähigkeit zu den natürlichen Entgiftungszeiten zur Verfügung (nachts bzw. vor dem Einsetzen echten Nahrungshungers am Morgen bzw. Vormittag). Durch den Abstand zu den Mahlzeiten wird auch verhindert, dass Vitalstoffe aus der Nahrung gebunden und ausgeschieden werden.

Antiparasitäre Kräuter können den Reinigungseffekt der Ballaststoffe verbessern. Pektine und co wirken durch ihr Volumen, die Bindungsfähigkeit und Beschleunigung der Perestaltik bereits wie eine Darmreinigung, mit der auch alte Ablagerungen samt problematischer Bakterien und Pilze ausgeschieden werden können. Sie sind allerdings keine wirksame Parasitenkur: Darmparasiten halten sich oft hartnäckig durch ihre eigene Bewegungsfähigkeit “gegen den Strom” des Darminhaltes, oder durch Anhaftung an der Darmwand. Antiparasitäre Wirkstoffe aus Pflanzen, wie der Schwarzwalnus oder dem Wurmfarn, greifen die Parasiten direkt an oder lähmen ihre Fortbewegungskräfte.

Verdauungsenzyme können die Darmreinigung und Verträglichkeit von Ballaststoffen auf mehrfache Weise unterstützen. Sie können:

  • einen Mangel an Verdauungsenzymen (bspw. durch Überlastung von Magen, Leber und Bauchspeicheldrüse) mildern und dadurch die Darmflora entlasten bzw. Gärung und Fäulnis der “normalen” Nahrung verhindern.
  • einige problematische Ballaststoffe, wie die verdauungsresistenten (blähenden) Kohlenhydrate bspw. aus Hülsenfrüchten und Kohlgewächsen, “entschärfen” und die Verdauungsarbeit so weiter entlasten.
  • bei der Auflösung pathogener Biofilme im Darm helfen, indem sie die schleimigen Binde- und Schutzsubstanzen parasitärer Verbünde verdauen.
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